Markt

Mit Digitalisierung eine marktwirtschaftlichere Energiewende ermöglichen

Die Menge an Daten im Energiesystem wächst rasant. Informationen müssen immer mehr in Echtzeit ausgetauscht und verarbeitet werden. Das erhöht die Anforderungen an Prognosen, aber auch die Prognosefähigkeiten aller Marktakteure und hat Einfluss auf die Ausgestaltung ihrer Marktrollen. Das Energiesystem wird flexibler und volatiler – dem hat sich der Energiemarkt der Zukunft zu stellen. Um die Chancen der Digitalisierung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität nutzen zu können, brauchen wir klare Regeln für Infrastruktur und deren Schnittstellen, eine klare und handhabbare Marktrollenverteilung und die Beseitigung von regulatorischen Hindernissen. Netzneutralität muss gewährleistet bleiben, um die Unabhängigkeit der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber von anderen Aufgaben des Energiemanagements sicherzustellen.

Preissignal stärken, flexibles Verhalten anreizen:

Die Digitalisierung erhöht den Informationsfluss und kann dadurch die Elastizität der Preise auf dem Energiemarkt erhöhen. Entscheidend ist es, einen passenden Marktrahmen zu schaffen, der den Wert von Flexibilität transparenter macht und erhöht. Ziel muss es sein, dass Preissignale unmittelbar die Verbraucher erreichen und flexibles, systemdienliches Verhalten anreizen.

Bilanzkreis­­­verantwort­ung stärken:

Angebot und Nachfrage müssen im Stromsystem jederzeit ausgeglichen sein. Die Digitalisierung ermöglicht einen physikalischen und bilanziellen Gleichlauf des Energiesystems bis hin zur Echtzeitbetrachtung mit einem erhöhten Informationsfluss (unter anderem von Ein- und Ausspeisedaten, Smart Metern und Sensorik im Netz und in Anlagen). Um dieses Potenzial zu nutzen, muss die Bilanzkreisverantwortung gestärkt werden. Jeder Marktakteur ist selbst dafür verantwortlich, seinen Bilanzkreis mit den dem Markt zur Verfügung stehenden Instrumenten auszugleichen. Bilanzkreise, die wegen eines Ungleichgewichts ihres Portfolios Ausgleichsenergie benötigen, sollten die Systemkosten selbst tragen.

Alle Systemdienst­leistungen marktwirtschaftlich vorantreiben:

Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für eine verursachergerechte und dynamische Bepreisung von Systemdienstleistungen wie Blind- und Regelleistung. Systemdienstleistungen sollten grundsätzlich technologieoffen gestaltet und marktlich beschafft werden. 

Kunden­orientierten „Smart Power Router“ ermöglichen:

Ein leistungsstarker Datentransfer ist eine entscheidende Voraussetzung für Digitalisierung. Gleichzeitig sind gerade die Daten des Verbrauchers datenschutzrechtlich sensibel. Kundenorientierte „Smart Power Router“ können über intelligente, netzorientierte Zähler hinaus Anreize und Akzeptanz für die Bereitstellung von Nutzerdaten schaffen, indem sie den Kundennutzen in den Vordergrund stellen.